Monte Oliveto Maggiore, das Mutterhaus der Olivetaner Benediktiner
Kongregation, liegt in einem wunderschönen Ort südlich von Siena (siehe Karte), in der
charakteristischen Landschaft der "Crete Senesi" (helle Tonformationen).
Die Kongregation wurde im Jahre 1313 von Giovanni Tolomei - der spälter
als Religiöser den Namen Bernardo annehmen sollte - zusammen mit zwei Freunden, Adlige
aus Siena, Patrizio Patrizi und Ambrogio Piccolomini, gegründet. Sie lebten als
Einsiedler an diesem Ort, der so "Wüste von Accona" genannt wurde. Nachdem die
Gemeinschaft neue Anhänger gefunden hatte, wählte sie die Regel des Heiligen Benedikt
und wurde von Papst Clemens VI im Jahre1344 anerkannt.
Der Bau des Klosters begann nach der Anerkennung der "Charta
fundationis" durch Guido Tarlati, Bischof von Arezzo (26, März 1319), und das
Kloster nahm den Namen Monte Oliveto «Maggiore» an, um sich von den späteren
Neugründungen (Florenz, S.Giminiano, Neapel usw.) zu unterschieden.
Ein Wachturn mit Zugbrücke gibt die Allee frei, die zwischen Zypressen
und Kapellen (Hl. Francesca Romana (1644), Höhle des Seligen Bernardo, Hl.Scolastica) zum
Kloster führt. Der Turm (heute ein Restaurant, Tel. 0577 - 707022), wird durch zwei
Terrakotta-Basrelief geschmückt (Anfang 16. Jh.), die die Jungfrau Maria mit Kind und
zwei Egeln, und den Hl.Benedikt darstellen..
Die Kirche
präsentiert sich in Form des lateinischen Kreuzes und wurde im Innern am Ende des 18. Jh.
umgebaut. Bemerkenswert zahlreiche Kunstwerke, darunter das hölzerne Kruzifix, von der
Gründer der Selige Bernardo Tolomei mitgebracht, das mit Intarsien von Fra Giovanni da
Verona geschmückte Chorgestühl und das Lesepult von Fra Raffaele da Brescia (1518).
Die größte Schönheit des Klosters ist der große Kreuzgang mit seinen 36 Fresken
(Luca Signorelli, 1497 und Antonio Bazzi, gennannt der Sodoma, 1505). Die Fresken
illustrieren das Leben des Hl. Benedikts nach den "Libri dei Dialoghi" (Bücher
der Dialoge) des Hl. Papst Gregor der Große.
Außerdem können besichtig werden: das Refektorium, im 17. Jh. mit
Fresken verziert, die Bibliothek
(leider ohne ihre wertvollsten Kodex), die Apotheke mit ihren Terrakottagefäßen und eine
kleine Gemäldesammlung im ehemaligen Kapitelsaal.
